Seniorentrial am 23.09.2018
MSC Köngen-Wendlingen e.V.



Lustvoll

Es schien so, dass genau an diesem Wochenende ein kräftiger Herbststurm über das Land ziehen sollte, somit das lustvolle Trialen auf trockenem Geläuf ein Ende haben sollte. Da der Boden in Köngen bei Regen eine besondere Willenskraft entwickelt, stellte es für die Sektionsbauer im Vorfeld eine besondere Herausforderung dar. So mussten Uwe Roos, Lothar Stäbler, Gerald Kiefer, Thomas und Lena Münzenmaier und noch einige andere hoch pokern beim Bau der Sektionen - hält das Wetter oder nicht. Nervenstark wie die Trialer nun mal sind, steckten sie auf Trocken - und sie sollten recht behalten. Ja, dann stand dem lustvollen Trialen auf trockenem Boden nichts mehr im Wege. Wie immer Start 11 Uhr, eine seniorengerechte Zeit, auch noch machbar wie für Fahrer wie Kurt Neu, der extra aus der Pfalz angereist.

Weit in der Ferne schob der Himmel ein blaues Fenster auf. Die Motoren säuselten ruhig und gelassen unter den Fahrern. Die Sektionen gespickt mit allem was so ein Trialplatz hergibt.

Hänge mit Kehren, Steinfelder und Rechenaufgaben, mal was Neues gebaut und betreut von Lena Münzenmaier, hier war Präzision beim Fahren und beim Rechnen angesagt, Gehirnjogging sozusagen. Oder Nohas Sektion, gebaut mit dem Blick für das Wesentliche, mit kurzen Haken und Ecken. Es zeigt sich immer wieder das Alt und Jung voneinander lernen können, wenn Lena und Noha, 2 Jugendliche des MSC Köngen, mit neuen Ideen den Sektionsbau bereichern. Drei Runden und sechs Sektionen weiter war es auch schon wieder Zeit, dass sich die Trialsozialstation am Futtertrog versammelte um ein fülliges Mahl einzunehmen. Die Küche des MSC wie immer wunderbar, vielen Dank an alle, die uns so gut versorgt haben!

Der Wind nahm an Stärke zu und so wurde es Zeit, den zweiten Lauf zu starten. Mit neuer Vorfreude ging es zu den Sektionen. Mathias Braun, gleich in der ersten Sektion zackig wie ein Wiesel, wuselte er durch den urbanen Dschungel der Pfeile und führte sensibel sein Vorderrad um die Hindernisse, als hätte es nie eine Mittagspause gegeben. Auch Siegfried Lippl mit seiner Beta, dieses leichtfüssige Offroadgerät, huschte nur so durch die Sektionen, obwohl Siggi doch einigen Trainingsrückstand zu verzeichnen hatte. .

Hans Haaga bei Sektion 3 auf seiner Montesa 2Takter, auch schon ein gereiftes Modell. Bevor er den Gang einlegt, hält er kurz inne, den Blick nach vorn, hoch konzentriert, dann kommt die Kupplung, butterweich, ohnehin ist das Ding gut erzogen, liefert Leistung gerade soviel wie er braucht und man sieht ihm seine Trialgene im Blut an. Bei Sektion 6 konnte man das rüpelhafte Benehmen der Twinshocker erleben, wenn sie aus dem Engen raus ein Hindernis erklimmen sollen, sich die Federbeine strecken und regen und manchmal reicht es gerade oben anzukommen.

Die Punkterichter allesamt von der Jugendgruppe des MSC- Köngen; sie machten ihre Sache tadellos, dafür bedanken wir uns. Ein Gefühl von Optimismus an diesem Tag war angebracht gegenüber dem Wetter und so kam bei der letzten Sektion bei Claudia Göbbel ein leichtes Grinsen und tellergroße Augen unter dem Helm zum Vorschein. Dann gab es nur noch eins zu tun, die Fahrerkarten bei unseren Prinzessinnen Sylvia, Sonja und Irene abzugeben und die Kiste in den Transporter zu laden. Wie sagte so schön Hartmut Ermioni: Wenn Du nach 36 Sektionen jede Faser im Körper spürst, dann weißt du, dass du lebst. Schön war´s.

Gert Weyhmüller