Seniorentrialer
beim
MSC Köngen-Wendlingen e.V.



Benzin im Blut


Einmal in jungen Jahren Benzin geleckt, bleibt es auf ewig in deiner Blutbahn und verursacht ein Suchtverhalten bei manchen Menschen, immer und immer wieder mit dem Motorrad wie eine Ziege über Stock und Stein zu klettern.

Um dieses Suchtverhalten etwas einzudämmen, trafen sich die Seniorentrialer zu einem neuen Lauf in Sulz. Der MSC Falke-Sulz schon Jahre dabei und immer wieder ein Highlight auf unserer Liste. Ein nie langweilig werdendes Gelände, wunderschön eingebettet in die Natur.

Hervorragend präparierte Sektionen, mit vielen abwechslungsreichen Passagen, elegante Details, und formschöne Ecken. So findet man die Fahrer/innen kurz nach 11 Uhr schon in den Sektionen, denn nur wer umherschweift, findet neue Wege, und diese können schon mal entscheidend sein, auch beim Trialen.

Zur Sache Schätzchen. Bemerkenswert, wenn man mit seiner jungen Liebe, einer Montesa Cota 247, selbst nach 4 Jahrzehnten immer noch eine innige Vertrautheit hat. Zusammengeschweißt in unzähligen Sektionen, Tiefen und Höhen durchschritten hat, aber bis zum heutigen Tage immer noch druckvoll die Spur zieht wie an einem Gummiband, ja, dann muss es die wahre Liebe doch geben, so wie bei Peter Eißele.



Das abwechslungsreiche Gelände in Sulz lässt keine kurze Weile für die Fahrer/innen aufkommen. Um den Sack vollends zuzumachen, beste Bodenverhältnisse und Sonnenschein. Auch große Projekte beginnen mit kleinen Schritten, so wie in den Waldsektionen, die doch einiges an präzisem Fahren abverlangten. Hier tastet sich Claudia auf der von Nobert gestellten Ruttloff- Euro vorsichtig in die Sektion, loser Untergrund, enge Kehren, bevor es lustig bergauf geht, hier brauchst du massig Drehmomentreserven, ein kurzer Gasstoß genügt, um die Fuhre nach oben schießen zu lassen. Ohne Zweifel hat Nobert hier ein ganz feines Händchen bewiesen und Claudia die Ruttloff- Euro überlassen, da war ein Grinsen im Gesicht vorprogrammiert.

Manchmal ist das Leben gnädig und so einen Tag hatte wahrscheinlich Wilhelm Götz erwischt, gewohnt kraftvoll, mit spektakulären Einlagen, fuhr er ein sehr schönes Trial, so fühlst du dich lebendig, wenn die Sache rund läuft. Marco Conrad extra aus der Pfalz angereist, brachte seine neue Beta Evo an den Start, um sich aneinander zu gewöhnen. Wenn man sonst auf einer englischen Lady älteren Baujahres unterwegs ist, ist es nicht so einfach, sich an eine junge rassige Italienerin zu gewöhnen.

Auch wieder in ausgezeichneter Verfassung Gerald Kiefer auf seiner Montesa und wir können beobachten, wenn so ein 4Takter vor dem Hindernis auf höchsten Drehzahlen ballert, man könnte meinen, das Ding sei auf zornigen Angriffsmodus gestellt. Doch weit gefehlt, kurz nach dem Hindernis entlässt der Auspuff ein sanftes Säuseln und die Welt ist wieder in Ordnung. Der ruhige Klang des Einzylinder-Motors unterbrach die Stille der Mittagspause, es war Zeit für die Nachmittagsrunde. Neue Sektionen, auch erstklassig aufgebaut, teilweise schön schattig im Wald gelegen, da die Temperaturen am Nachmittag etwas zunahmen.

Michael Wageners Honda Reflex zeigte sich auch wieder etwas williger am Nachmittag, da sich am Morgen eines der inneren Organe etwas unwohl fühlte, was die Folge von Zündaussetzern hatte. Leider konnte auch an diesem Lauf unser Paul Guggemoos nicht teilnehmen, da er sich beim Training verletzt hatte und so drücken wir dir die Daumen, dass du bald wieder in den Rasten stehst. Zu guter Letzt gab es noch ein Geburtstagsständchen für unseren besten aller besten Präsidenten Peter Eißele. Eine kraftvolle Gesangseinlage des Seniorenchores, wenn das mal nichts ist!

So surfte der Sulzer Trialclub bei diesem Lauf auf einer Welle der Sympathie, so soll es sein, wenn man alles richtig macht.



Gert Weyhmüller