Seniorentrialer
beim
MSC Köngen-Wendlingen e.V.



Auf ein Wort


Nun könnte es vielleicht sein, dass es das letzte Seniorentrial in Köngen ist an diesem Sonntagmorgen, den 10.09.2017. Der Master auf Desaster, die DHL Logistik streckt ihre gierigen Krallen nach dem Trialplatz des MSC Köngen-Wendlingen aus. Und so ist es doch erstaunlich, wie über Nacht ein nicht ausgewiesenes Gewerbegebiet zum Gewerbegebiet wird und der sonst so hochgehaltene Naturschutz fällt nach hinten runter. Versiegelt dann eine große Fläche für immer. Wenn sich da dein Kopf nicht anfühlt wie zerfallenes Gelee, ja dann ist alles gut. Etwas Selbstkritik wäre angebracht, denn wenn wir alles und jedes im Internet bestellen, könnte es sein, das wir den Preis hierfür bezahlen, auch das gehört leider zum Trialsport. Geduld ist ein Pflaster für alle Wunden und so scheint es braucht der MSC mal wieder viele davon.


Volles Haus war den Köngener bei dieser Veranstaltung beschert und so herrschte reges Treiben auf dem Platz. Topografisch abwechslungsreich ist gerade nicht seine Stärke auf diesem Platz, doch unter dem Sportleiter Thomas Münzenmeier und seinen Sektionsbauern Frank Scheffler, Uwe Roos und Lena Münzenmeier schafften sie es mal wieder, neue und spannende Sektionen an den Start zu bringen.

Dann tauchen wir mal ein in die Sektionen aus Stein und Baumstämmen.7 an der Zahl morgens und 7 nachmittags. Da es in der Nacht heftig in das Geläuf geregnet hatte, sollte es ein intensives Erlebnis mit viel Bewegung und guter Maschinenbeherrschung, immer auf der Suche nach etwas Grip, werden. So waren die Sektionen gute Fahrsektionen, mit da und dort durchaus kantigen Ecken, wo Momente der puren Perfektion gebraucht wurden. Die Teilnehmer legten sich auch ordentlich ins Zeug und konnten mal wieder alles geben. Allen voran in der grünen Spur Michael Stegmeier. Leichtfüßig lenkt er seine Montesa ein, kein kippeln an engen Stellen, präzise folgt sie der gewählten Spur und so konnte man fühlen, wie sich das Motorrad nach der Sektion entspannt. Es war an diesem Morgen für die Jungs in der schweren Spur nicht ganz einfach ihre Maschinen durch die Sektionen zu bringen, angesichts des doch sehr rutschigen Untergrunds. Doch wie immer waren sie hart am kämpfen, um das Bestmöglichste raus zu holen. Schön ist auch immer wieder mit anzusehen: Vor der Sektion angespannte Gesichter, harte Züge, Konzentration; rein in die Sektion, raus aus der Sektion mit einem fetten Grinsen, wenn alles geklappt hat. Nach längerer Verletzungspause waren Manfred Kleinbach und Paul Guggemos wieder am Start und schafften es gleich auf Anhieb unter die drei Besten zu fahren, ein toller Einstand der Grund zur Freude gibt.

Motivierende Kraft gab es in der Mittagspause durch ein herzhaftes Mahl, vielen Dank an die vielen Helfer, die ihre Freizeit für uns opferten.

Noch etwas träge in den Rasten ging es in die zweite Runde, aber keiner wollte sich den ultimativen Trialspaß an diesem Nachmittag nehmen lassen. Auch in den nächsten 3 Runden, wurden imposante Leistungen von den Fahrern /in gezeigt. Hartmut Fritz konnte hier den Sieg in der schwarzen Spur nach Hause fahren, gefolgt von Jochem Nolte und Gerald Kiefer. Viel Kampfgeist das Bestmögliche zu geben war zu bewundern in der roten Spur, allen voran Kurt Neu, der mit sehr viel Gefühl und fokussiertem Vorgehen einen guten Tag erwischte. Ein wahrer Ästhet, das Motorrad hängt gut am Gas, die Kupplung erfreut mit geringer Handkraft und mit einem ordentlichem Bums aus dem Keller geht es voran. Diese Katze verlangt nach einem energischen Bändiger. Auch Jutta Stegmeier hat an diesem Lauf ein Wort mitzureden, und erkämpfte sich einen dritten Platz., aber auch Dirk Becker, Uwe Heinrichs und Thomas Münzenmeier waren gut dabei und schafften es in die obere Spitze zu fahren.

Das Gewagte, das Unangepasste in den Sektionen, das macht das Trialfahren immer wieder zu einer spannenden Geschichte, und die hatten wir an diesem Sonntag in Köngen- Wendlingen. So bleibt noch zu sagen, wir sind zu jung für eine Kreuzfahrt, wir bleiben beim Trialen.

Gert Weyhmüller.